CO2 – Marktbericht vom 04.04.2016

Sehr geehrte Damen und Herren,

der CO2-Preis hat in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Der Aufwärtstrend setzte bereits am Mittwoch mit einem zunächst noch verhaltenen Preisanstieg in Richtung auf die Fünf-Euro-Marke ein. Am Donnerstag wurden dann in diese Entwicklung hinein offensichtlich größere Deckungskäufe getätigt, was den Preis um gut 25 Cent nach oben katapultierte. Die Händler waren zu diesem Zeitpunkt in Erwartung der ersten offiziellen Daten zum tatsächlichen CO2-Ausstoß des Jahres 2015 und wollten auf mögliche Überraschungen vorbereitet sein.

Bis Ende März müssen die Unternehmen, welche unter die Regulierungen des ETS fallen, ihre verifizierten Angaben über die Emissionen des abgelaufenen Jahres einreichen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen am Freitag lagen die meisten Daten vor, sodass ein durchaus verlässliches Bild erkennbar war. Demnach sind die Gesamtemissionen im vergangenen Jahr um etwa 0,5 Prozent gesunken. Bislang war man eher von einer leichten Steigerung ausgegangen. So reagierte der Markt am Freitag dann auch höchst volatil. Kurz nach Bekanntwerden der Daten fiel der Preis schlagartig auf beinahe 4,90 Euro zurück, wurde dort aber sofort wieder aufgefangen und schloss am Freitag bei immer noch stattlichen 5,18 Euro.

Zu den genannten Daten ist anzumerken, dass der leichte Rückgang bei den Emissionen des vergangenen Jahres immer noch deutlich hinter der Marke des jährlichen Caps zurückbleibt, welcher in der dritten Handelsperiode bekanntlich bei 1,74 Prozent liegt. Würde der Markt nicht immer noch den kapitalen Überschuss an Zertifikaten mit sich herumschleppen, hätte dieser Umstand signifikantere Auswirkungen auf den Preis.

Am Wochenende kamen aus Frankreich neue Nachrichten bezüglich eines hier schon kommentierten Preiskorridors für CO2-Auktionen. Vor dem Hintergrund der historischen Beschlüsse von Paris soll nun eine hochrangige Expertengruppe konkrete Vorschläge erarbeiten, wie eine solche vorgegebene Preisspanne in die Reform des ETS ab 2021 eingebunden werden könnte. Wie schon erwähnt, gibt es hierzu Erfahrungen aus anderen Emissionshandelssystemen, welche als Grundlage für die Vorschläge dienen sollen.

Während des Weltklimagipfels in Paris m Dezember letzten Jahres hatte sich eine Koalition von 74 Staaten und rund 1.000 Unternehmen gebildet, welche einen höheren CO2-Preis unterstützen. Bei einem geplanten Treffen dieser Gruppe im Juni sollen die Erkenntnisse der Expertengruppe vorgestellt und beraten werden.

Erneut unter Druck geraten ist der Ölpreis. Offenbar geht der Kampf um Fördermengen unverändert weiter und eine Einigung über eine Deckelung scheint weiter entfernt als noch vor kurzem anzunehmen war.

 

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 01.04.16 25.03.16 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 5,16 EUR 4,84 EUR +0,32 EUR
EUA (Dezember-2015-Future) 5,18 EUR 4,86 EUR +0,32 EUR
CER (Spotmarkt) 0,39 EUR 0,40 EUR -0,01 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 38,68 USD 40,99 USD -2,31 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1397 USD 1,1215 USD +0,0182 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihre

Advantag Brokerage GmbH

 

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