CO2 – Marktbericht vom 07.12.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerade noch pünktlich zur Halbzeit einigten sich die Unterhändler der 196 Staaten, welche aktuell an der Pariser Weltklimakonferenz teilnehmen, auf einen 38-seitigen Vertragsentwurf für ein neues Weltklimaabkommen. Heute beginnen nun die Gespräche auf Ministerebene. Dies soll zum Großteil öffentlich geschehen, was sehr ungewöhnlich, jedoch aufgrund der Wichtigkeit der diesjährigen Zusammenkunft eine richtige Entscheidung ist.

Ein wichtiger Kernpunkt ist das Ziel der Finanzierung von erneuerbaren Energien und anderen Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern, welche ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden US-Dollar aus den Industriestaaten gefördert werden sollen.

Die Begrenzung des Anstiegs der globalen Erwärmung auf 2°C oder – nach besonders ambitionierten Vorstellungen auf 1,5°C soll durch den Beginn des Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen wie Öl, Gas und Kohle. Ob auch die Landwirtschaft – insbesondere die Massentierhaltung, welche ebenfalls für einen Großteil der Treibhausgase verantwortlich ist – verbindliche Reduktionsziele bekommt, ist hingegen fraglich.

Letztendlich werden die Ziele, die hauptsächlich auf freiwilligen Vereinbarungen beruhen werden, nur erreicht werden, wenn der Vorteil einer dekarbonisierten Energieerzeugung auf finanzieller Basis beruht. Hier stellt der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen eine wichtige Rolle, damit eine entsprechende Lenkungswirkung erzielt werden kann.

Die einzelnen Staaten oder Regionen wie Europa werden in der Wahl der Mittel hierbei autarke Entscheidungen treffen. Jedoch werden immer mehr Bestrebungen und Pläne von Verlinkungen nationaler Emissionshandelssystem bekannt, wie zuletzt des chinesischen und des südkoreanischen Emissionshandels, wodurch ein globales Emissionshandelssystem keine völlig utopische Vorstellung mehr ist.

In der vergangenen Woche verlor der CO2-Benchmarkkontrakt leicht und bestätigte hierbei nochmals den aktuellen Aufwärtstrend. Die niedrigen Preise für Öl und Kohle machen aktuell den Einsatz von klimaschädlichen fossilen Brennstoffen finanziell vorteilhaft, weswegen höhere CO2-Ausstöße und ein damit einhergehender höherer Bedarf an Zertifikaten preissteigernd wirken sollte, wobei jedoch der Bereich knapp unter 8,70 EUR für die EUAs einen starken Widerstand abbildet. Sollte dieser jedoch durchbrochen werden, ist auch ein Anstieg über die 9-Euro-Marke noch vor Jahresende denkbar.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)      
Instrument 04.12.15 27.11.15 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 8,52 EUR 8,58 EUR -0,06 EUR
EUA (Dezember-2015-Future) 8,52 EUR 8,58 EUR -0,06 EUR
CER (Spotmarkt) 0,59 EUR 0,60 EUR -0,01 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 43,00 USD 44,88 USD -1,88 USD
EURO (Currency, Forex) 1,0881 USD 1,0593 USD +0,0288 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Brokerage GmbH

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