CO2 – Marktbericht vom 16.11.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach einem aktuellen Bericht der Weltbank könnte der Klimawandel – falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden – die Zahl der Armen in den nächsten 15 Jahren um weitere 100 Millionen anwachsen lassen.In dem Bericht wird unterstrichen, dass der Klimawandel bereits jetzt in den ärmsten Regionen der Welt Landwirtschaftsflächen durch außergewöhnliche Wetterphänomene wie extreme Dürren einerseits und Überflutungen andererseits regelrecht vernichtet. Ernteverluste könnten darüber hinaus in den kommenden Jahren zu einer weiteren Erhöhung der Lebensmittelpreise führen. Da beispielsweise in Afrika die ärmsten Haushalte schon heute mehr als die Hälfte ihrer Ausgäben für Lebensmittel aufbringen müssen, würde eine weitere Verteuerung viele weitere Menschen zur Flucht zwingen. Die Weltbank wies die Staatengemeinschaft darauf hin, dass alleine Maßnahmen zur Eindämmung der Erderwärmung nicht ausreichen werden, um neue Armut und neue kolossale Flüchtlingsströme zu verhindern. Es müssten vielmehr parallel Maßnahmen ergriffen werden, welche die aktuellen und künftigen Auswirkungen der Klimaerwärmung wirksam abmildern. Zu den Empfehlungen der Weltbank gehören vor allem soziale Sicherheitsnetze und bessere Gesundheitsfürsorge, aber auch Hochwasserschutz und Frühwarnsysteme.

Zwei Wochen vor Beginn des Weltklimagipfels in Paris hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks als Vizevorsitzende am Jahrestreffen des Umwelt- und Entwicklungsbeirats des Chinesischen Staatsrats (CCICED) teilgenommen. Die Ministerin kehrte mit einem positiven Eindruck aus Peking zurück. Sie kommentierte ihre Reise mit den Worten:  „Ich habe aus meinen Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass China in Paris nicht als Blockierer auftreten wird. Meine chinesischen Gesprächspartner haben ein klares Interesse signalisiert, im Klimaschutz besser zu werden.“ Thematisiert wurde dabei erneut auch ein Kontrollmechanismus, welcher eine regelmäßige Überprüfung der in Paris (hoffentlich) vereinbarten Zusagen zum Ziel hat.

Der CO2-Markt hat in der vergangenen Woche offenbar die Korrektur abgeschlossen und sich zunächst bei einem Preisniveau um die Marke von 8,40 EUR eingependelt. Wenn der Markt auch weiter diesem schon bekannten Kursmuster innerhalb des bullischen Trendkanals folgt, müssten die Preise nun wieder deutlich anziehen und dabei den letzten Höchststand von 8,71 EUR für den Dezember-Future ins Visier nehmen.

Der Markt für Rohöl sieht sich nach wie vor einem großen Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage gegenüber, was in der vergangenen Woche erneut zu einem deutlichen Preisrutsch geführt hat. Nur weniger Cent über dem Jahrestief scheint die Talfahrt jetzt aber erst einmal zu stoppen.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)
Instrument 13.11.15 06.11.15 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 8,39 EUR 8,40 EUR -0,01 EUR
EUA (Dezember-2015-Future) 8,39 EUR 8,41 EUR -0,02 EUR
CER (Spotmarkt) 0,66 EUR 0,63 EUR +0,03 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 44,48 USD 48,38 USD -3,90 USD
EURO (Currency, Forex) 1,0738 USD 1,0742 USD -0,0004 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Brokerage GmbH

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