CO2 – Marktbericht vom 23.11.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Freitag ist der Kurs des Euro erneut gefallen und nähert sich rasant seinem Jahrestief. Hintergrund ist die dramatisch unterschiedliche Geldpolitik in den USA und der Eurozone.Während alles darauf hindeutet, dass die amerikanische Notenbank im Dezember erstmals seit der schweren Finanzkrise die Zinsen wieder erhöht, hatte EZB-Präsident Draghi kürzlich die Bereitschaft der europäischen Notenbank angedeutet, ihre Geldpolitik im Kampf gegen eine Deflation noch weiter zu lockern. Hier sind es vor allem die ausgedehnten Wertpapierkäufe, welche von der EZB noch weiter forciert werden könnten. Gleichzeitig denkt man in Frankfurt darüber nach, die bereits negativen Einlagezinsen weiter zu senken, da etliche Banken nach wie vor das reichlich geflossene Geld nicht in die Wirtschaft stecken, sondern bei der EZB lagern.

Die erwartete Zinswende in den USA macht den Dollar stark, was wiederum den Ölpreis drückt, da Rohöl für Importeure außerhalb des Dollarraums teurer und damit weniger attraktiv wird. So hat sich der Ölpreis in der vergangenen Woche auf sehr niedrigem Niveau seitlich bewegt und schließlich zum Settlement am Freitag eine exakte Punktlandung hingelegt.

Der CO2-Markt hat in der vergangenen Woche den eingeschlagenen Aufwärtstrend fortgesetzt, dabei aber oberhalb von 8,60 EUR mehrfach den Durchbruch verpasst. In einer Range von ungefähr 10 Cent trieb es den Kurs über einige Tage auf und ab. Die positiven Impulse gingen dabei offenbar von den Auktionen aus, welche jeweils nur knapp unter dem Markt geschlossen wurden. Am Montag endete die Versteigerung sogar mit einem Cent über dem Markt, was ausgesprochen selten vorkommt und in der Regel Kaufimpulse auslöst. Immerhin hat die Woche ein Plus von mehr als 10 Cent eingebracht und der bullische Trendkanal blieb nach wie vor stabil.

Mit einem Augenzwinkern, aber durchaus vor ernstem Hintergrund, hat der schwedische König Carl XVI. Gustaf in einem Interview erwähnt, er würde am liebsten alle Badewannen verbieten. Mit den Worten: „Die kleinen Details haben einen großen Effekt“ rief er zum Umweltschutz durch Duschen auf. Weniger Spaß an dem Thema Energeiwende hatten die Grünen auf ihrem Parteitag . Realpolitiker der Partei wiesen darauf hin, dass die eigenen Klimaziele immer unrealistischer würden, solange die große Koalition ihre Kohlepolitik fortsetze und dadurch mit den eigenen Zielen zu scheitern droht. Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen unter anderem einen Stopp der Kohlefinanzierung durch die KFW, die Einführung einer Kohle- und Gasabgabe, welche speziell in den Umweltschutz fließen soll sowie einen effizienteren CO2-Handel.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)
Instrument 20.11.15 13.11.15 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 8,51 EUR 8,39 EUR +0,12 EUR
EUA (Dezember-2015-Future) 8,51 EUR 8,39 EUR +0,12 EUR
CER (Spotmarkt) 0,67 EUR 0,66 EUR +0,01 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 44,48 USD 44,48 USD +0,00 USD
EURO (Currency, Forex) 1,0641 USD 1,0738 USD -0,0097 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Brokerage GmbH

 

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