CO2 – Marktbericht vom 26.10.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

Jetzt sind es tatsächlich nur noch fünf Wochen bis zur Weltklimakonferenz in Paris und nie zuvor waren die 196 Staaten so nah an einer Einigung wie jetzt. Dies haben die gerade beendeten Vorverhandlungen in Bonn gezeigt. Aber es wurde auch offenbar, welche Mammutaufgabe dieses angestrebte Klimaabkommen darstellt. Zu stark agieren noch immer viele engstirnige Vertreter nationaler Eigeninteressen. Zwar haben sich die Delegierten überraschend auf einen gemeinsamen Entwurf für einen Klimavertrag geeinigt, doch enthält dieser immer noch 1.500 Passagen, die in Klammern gesetzt sind – hier wird also noch gestritten. Und so kurz vor Paris wurde auch der Ton in Bonn erheblich rauer, was jedoch auch als positives Zeichen gesehen werden kann, deutet es doch darauf hin, dass wirklich um eine Einigung gerungen wird. In der zweiten Novemberwoche werden sich nun Minister und andere hochrangige Politiker von rund 80 Staaten in Paris zusammensetzen, um so viele strittige Punkte wie möglich vorab auszuräumen, welche auf der Ebene der Delegierten bislang nicht geklärt werden konnten.

Zum Abschluss der Bonner Konferenz zeigte sich auch die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks verhalten optimistisch und betonte in ihrer Stellungnahme, dass „wir … eine Transformation hin zu einer klimaverträglichen Weltwirtschaft (brauchen), die vollständig auf fossile Energien verzichtet und gut gegen Veränderungen des Klimas gewappnet ist. Studien zeigen, dass die bislang vorgelegten Beiträge zu deutlich weniger Emissionen führen werden. Aber sie reichen noch nicht aus, um die 2-Grad-Obergrenze einzuhalten. Deshalb setzt sich Deutschland seit Monaten intensiv dafür ein, in das neue Klimaschutzabkommen einen Ambitionsmechanismus einzubauen, eine Regelung, nach der Staaten alle 5 Jahre überprüfen müssen, welche zusätzlichen Beiträge sie leisten können. Diese Idee wurde in Bonn inzwischen von vielen Staaten unterstützt.“

Der CO2-Markt zog in der zweiten Hälfte der vergangenen Woche deutlich stärker an, als es zum Wochenbeginn den Anschein hatte. Dies zeigte sich besonders deutlich an den Auktionsergebnissen. Schlossen die Versteigerungen am Montag und Dienstag noch bei bescheidenen 8,35 Euro sowie 8,32 Euro, endete die Auktion am Donnerstag bereits bei 8,44 Euro und am Freitag sogar bei 8,52 Euro und damit oberhalb der wichtigen psychologischen Widerstandslinie. Das beflügelte den Spotmarkt und hievte das Preisniveau zum Wochenschluss klar über 8,60 Euro.

Die zweite Woche in Folge musste der Ölpreis erhebliche Abschläge hinnehmen. Der Markt sieht sich anhaltend hohen Angeboten gegenüber und da nun auch der Iran stärkere Exporte angekündigt hat, dürfen wir wohl noch recht lange mit einem sehr niedrigen Preislevel rechnen.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)
Instrument 23.10.15 16.10.15 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 8,62 EUR 8,38 EUR +0,24 EUR
EUA (Dezember-2015-Future) 8,63 EUR 8,39 EUR +0,24 EUR
CER (Spotmarkt) 0,60 EUR 0,59 EUR +0,01 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 47,96 USD 50,41 USD -2,45 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1018 USD 1,1349 USD -0,0331 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Brokerage GmbH

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