CO2 – Marktbericht vom 28.09.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit einer überraschenden Entscheidung sorgte der Ölkonzern Shell aktuell ausnahmsweise einmal für ein Aufatmen bei Umweltschützern. Das britisch-niederländische Unternehmen gab bekannt, seine umstrittenen Pläne zur Ölförderung in der Arktis zu beenden, obwohl der Stopp selbst finanzielle Belastungen in Milliardenhöhe mit sich bringe.Als Gründe nannte Shell einerseits die mangelnde Aussicht auf Erfolg, andererseits aber auch zu hohe Kosten. Es lohne sich wirtschaftlich nicht, die Öl- und Gasvorräte in diesem Teil der Arktis zu fördern. Auch sei nicht klar, welche Umweltschutzbestimmungen demnächst erlassen würden.

Hierzulande bestimmt der Betrugsskandal bei Volkswagen weiterhin die Medienlandschaft. In diesem Zusammenhang wird aktuell stark auf die besonders enge Verflechtung zwischen Politik und Automobilbranche hingewiesen. Nicht zum ersten Mal haben äußere Ereignisse zu einem Umdenken bei den maßgeblichen Politikern geführt und möglicher Weise entscheidet sich die Bundesregierung ja nun endlich, sinnvolle Rahmenbedingungen zu schaffen, um wirklich umweltfreundliche Technologien voranzubringen. An mangelnder Ingenieurskunst liegt es in Deutschland gewiss nicht, dass in Sachen alternativer Antriebstechnologien alle anderen Staaten an uns vorbeiziehen.

Dem CO2-Markt mangelt es seit gut zwei Wochen an Impulsen. Spekulativ orientierte Händler haben sich offenbar bereits andere Spielfelder ausgesucht und auch von der Politik sind aktuell keine besonderen Signale zu erhalten. Der Fokus liegt deutlich auf dem Weltklimagipfel in Paris. Gestern hat die Kanzlerin am Rande des Nachhaltigkeitsgipfels der UN in New York verkündet, dass noch einmal eine starke politische Allianz von 30 Staaten eine gemeinsame Position für Paris vorbereiten würde. Auch die USA und China setzten deutliche Signale zugunsten eines wirksamen globalen Abkommens.Das dies allerdings auch wirklich dringend nötigt ist, bestätigt aktuell ein Bericht des Instituts für Wetter- und Klimakommunikation. Hiernach erreicht der Meeresspiegel im Jahr 2015 nicht nur seinen höchsten Stand seit Beginn der Messungen, sondern auch der Anstieg beschleunigt sich immer mehr. Schon in 25 Jahren könnte der Meeresspiegel um 30 bis 50 Zentimeter gestiegen sein, was eine absolute Gefährdung für flache Inseln im Indischen und Pazifischen Ozean darstellt.

Ohne ausreichende Unterstützung durch Compliance – Käufe rutschte der Preis für die europäischen Verschmutzungsrechte in der vergangenen Woche unter die Acht-Euro-Marke. Diese Korrektur bestätigt offenbar das bisherige Kursgeschehen, wobei jedoch der mittelfristige Aufwärtstrend zerstört wurde. Der langfristige bullische Kanal ist allerdings noch intakt und dürfte sich auf weiterhin bestätigen, besonders, wenn sich zeitnah wieder die Acht vor dem Komma etabliert.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)
Instrument 25.09.15 18.09.15 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 7,98 EUR 8,09 EUR -0,11 EUR
EUA (Dezember-2015-Future) 8,00 EUR 8,12 EUR -0,12 EUR
CER (Spotmarkt) 0,52 EUR 0,51 EUR +0,01 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 48,42 USD 48,23 USD +0,21 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1195 USD 1,1310 USD -0,0115 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Brokerage GmbH

 

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