CO2 — Marktbericht vom 31.08.2015

Sehr geehrte Damen und Herren,

nur noch rund drei Monate verbleiben bis zur Weltklimakonferenz 2015 in Paris. Zur Vorbereitung findet eine weitere Schlüsselkonferenz seit heute in Bonn statt. Nach der großen UN-Klimakonferenz im Juni mit 5000 internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden bis Freitag erneut 2000 Konferenzgäste aus aller Welt in Bonn erwartet.Aktuell verhandelt werden die Vertragstexte für das erhoffte weltweite Klimaschutzabkommen, welches die 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (COP21), so der offizielle Titel, in Paris Anfang Dezember beschließen soll. Es scheint erneut eine unlösbare Aufgabe zu sein, bei 194 Mitgliedstaaten das kurzfristige wirtschaftliche Denken durch eine langfristig ausgerichtete Klimapolitik zu bezwingen. Aber Feuer wird ja bekanntlich auch mit Feuer bekämpft. So könnten die wirtschaftlichen Anreize, welche von den neuen technischen Entwicklungen zum Beispiel im Bereich der erneuerbaren Energien ausgeht, stärkeren Einfluss bekommen als die Sorge, das erstrebte Zwei-Grad-Ziel bis zum Ende des Jahrhunderts zu verfehlen.

Wie wichtig aber gerade ein starkes Bewusstsein für die immensen Schäden, gigantische Kosten und tragischen Verluste von Menschenleben durch die Klimaerwärmung ist, zeigt sich oft an Einzelbeispielen. So ist es mittlerweile bekannt, dass die Temperaturen in Alaska doppelt so schnell ansteigen wie der weltweite Durchschnitt. Die kleine Insel Kivalina an Alaskas Nordwestküste mit gerade einmal 400 Einwohnern, die meisten von ihnen Inupiat-Eskimos, bekommt diesen Umstand sehr schmerzlich zu spüren. Im Prinzip ist die Insel bereits unbewohnbar, sodass aktuell die Umsiedlung der Bewohner organisiert werden muss. Das Kernproblem der Insel liegt in den Herbststürmen. Die sind auch nicht schlimmer als früher, doch war zu dieser Zeit das Meer um die Insel herum immer gefroren, was wie ein natürlicher Küstenschutz wirkte. Durch die Klimaerwärmung ist das nun nicht mehr der Fall. Das Eis kommt immer später im Jahr, so dass die Insel von den Sturmwellen Stück um Stück ins Meer gespült wird.

In Großbritannien ist heute „Summer-bank-holiday“. Aus diesem Grund sieht der Auktionskalender für heute keine Versteigerung an der EEX vor. Ab morgen umfassen die Auktionen dann wieder die normalen Angebotsmengen. Es ist fraglich, ob sich diese Tatsache auf das Preisniveau auswirken wird, denn die Reduzierung im August hatte auch keine besonders stark stützende Wirkung, wie dies einige Analysten vermutet hatten. Mehr und mehr wird sich der CO2-Markt wohl langfristiger orientieren. Durch den Beschluss über die MSR haben Unternehmen eine deutlich verlässlichere Kalkulationsgrundlage, um ihre Handelsentscheidungen zu treffen. Insgesamt bestätigte der Markt im August den anhaltenden Aufwärtstrend.

(Durchschnittliche Börsenkurse / OTC)
Instrument 28.08.15 21.08.15 Veränderung
EUA (Spotmarkt) 8,09 EUR 8,18 EUR -0,09 EUR
EUA (Dezember-2015-Future) 8,12 EUR 8,21 EUR -0,09 EUR
CER (Spotmarkt) 0,52 EUR 0,50 EUR +0,02 EUR
ICE Brent Crude Oil (Benchmark Future) 50,07 USD 45,38 USD +4,69 USD
EURO (Currency, Forex) 1,1180 USD 1,1388 USD -0,0208 USD

(Die durchschnittlichen Börsenkurse und OTC-Preise zeigen das jeweilige Mittel von Angebot und Nachfrage verschiedener Handelsplätze für CO2-Emissionsrechte. Bid und Ask weichen üblicherweise mehrere Cent vom Mittelwert ab. Rohöl und Euro zeigen Börsenschlusskurse. Bei den CER-Kursen handelt es sich um CP2-CERs, welche im Rahmen des EU-ETS Verwendung finden können. Unsere Marktberichte stellen keine Empfehlung zum Handel von Emissionsrechten oder deren Derivaten dar und dienen ausschließlich der Information.)

Bei Rückfragen steht Ihnen unser Händlerteam jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Advantag Brokerage GmbH

Kommentare sind geschlossen.